Liebeserklärung

Ich hatte geglaubt, dass mich nichts mehr erschüttert
gegen jedweden Angriff sei ich immun
das Herz sei mir im Brustkorb vergittert
der Verstand nur allein bestimme mein Tun

Ich hatte genug aller Trünke gekostet
und den bittern Geschmack erst am Ende gewahrt
mir sind die Gefühle wie Gitter gerostet
nur eisiges Wasser macht wirklich hart

Ich habe die Tiefen des Abschaums durchlitten
mein eigenes Abbild im Spiegel gehasst
ich bin in die Apokalypse geritten
und habe dem Teufel in die Fratze gefasst

Ich wurde geliebt, erniedrigt, betrogen
beworfen, bespuckt, gewürgt und genarrt
ich segelte auf dem Hassschaum hochoben
und habe dem Ende der Stürme geharrt

Ich habe weinend mein Schicksal bejammert
und blähende Feigheit verwehrte den Tod
ich hab mich an karge Idole geklammert
und Liebesersatz gesucht in der Not

Ich habe zum Schutz meine Aura gehärtet
damit mir kein Gott den Panzer durchschlägt
ich hab jeden Handschlag als Angriff gewertet
und selbst mir die Bretter für die Kiste gesägt

Rundum gepanzert war ich unantastbar
ich war mir im Innersten selber genug
So blut- und gefühllos war ich lenk- und belastbar
bis aus deinen Augen dieser Blitz in mich schlug.

 

 

1991er Sonett

Wo die roten Fahnen blähten,

Residiert ein Geldkonzern

Wo Windige die Winde drehten

Sank in den Staub ein roter Stern

 

Wir sind so Volk ein einziges

Von Brüdern und wir geben

Gern was man uns eh genommen.

 

Kaum reichen wir die Hand,

schielt einer nach den Stühlen,

die wir regimenah einst erklommen.

 

Wir machen Platz und wandern aus nach Bayern

Da ist Loyalität noch Etwas wert.

Frank und frei die Einheit feiern

Ja, Unsereiner weiss noch, wo er hingehört.