Biografie

Gerald Höfer, * 1960, Schriftsteller
Gerald Höfer, * 1960

Gerald Hoefer ist ein deutscher Schriftsteller, der vorrangig in den Genres Lyrik und Prosa schreibt. Er wurde als Sohn des Bergarbeiters Paul und der Verkäuferin Gertraud Hoefer am 03. März 1960 in Nordhausen am Harz geboren. Heute lebt er mit seiner Frau Ute in Bendeleben am Kyffhäuser. Sein Sohn ist der deutsche Medienkünstler Martin Höfer.


Gerald Höfer studierte von 1976-1980 am Institut für Lehrerbildung in Weimar unter anderem bei Jochen Lenke und Paul Saupe und schloss mit dem 2. Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Sport ab. Von 1987-1990 studierte er Lyrik und Prosa am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig bei Klaus Steinhaußen, Hubert Witt, Bernd Leistner, Gerhard Rothbauer u.a.. Mit seinem Gedichtband "bloß - Fotos und Texte" als Examensarbeit erreichte er das Prädikat "Sehr gut". 2004-2013 studierte er an der Friedrich Schiller Universität Jena Germanistische Literaturwissenschaft bei Klaus Manger, Gottfried Willems, Gerhard Kaiser und Gisela Horn, Volks- und Betriebswirtschaft bei Uwe Canther, und bei Michael Winkler am Institut für Bildung und Kultur Bildung, Kultur, Anthropologie. Er und seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet.

Künstlerischer Werdegang

Erste Texte erschienen Anfang der 80-er Jahre. 1985 besuchte er auf Empfehlung von Hannes Würtz und Edwin Kratzschmer das Poetenseminar in Schwerin als Teilnehmer, im Folgejahr als Seminarassistent von Beate Struczyk. In diesen Jahren war er im Literaturzirkel von Anne Wiesigel aktiv und stellte ein Gros von Beiträgen in der von ihr herausgegebenen Anthologie "Zeitrad" (1987). Im Jahr 1986 startete das "Cafe Pille Experiment" als multikulturelle Veranstaltungsreihe, die heute als eine der wenigen wirklich unabhängigen und freien Kultur-Projekte auf dem Gebiet der ehemaligen DDR geführt wird und bis 1989 lief. Höfer lud befreundete Schriftsteller, Liedermacher, Schauspieler und bildende Künstler der Independent-Szene ein, die seine eigene Kunstposition unterstützten und in diesem Sinne agierten.

In der zweiten Hälfte der 80-er Jahre folgten viele Beiträge in Anthologien und literarischen Zeitschriften in namhaften Verlagshäusern wie Aufbau Verlag, Mitteldeutscher Verlag, Verlag Neues Leben, Tribüne Verlag, u.a. Zeitgleich entstanden Musik-Literaturperformances, die in Museen, Bibliotheken und anderen Kultureinrichtungen stattfanden.

1990 erschien in enger Zusammenarbeit mit Andrea Schicker und Karlheinz Sydoruk das Debüt "bloß - Fotos und Texte" als Lyrik-Kunstband im ersten neugegründeten freien Verlag auf dem Gebiet der DDR, dem Forum Verlag Leipzig.

In den 90-ern veröffentlichte Höfer bundesweit Lyrik, Kurzprosa und Essays in zahlreichen Anthologien, Jahrbüchern und Zeitschriften.

1999 schuf Höfer mit seinem Sohn das Kunst-Projekt "Barbara Rossa", das unter diesem Namen Bildende Kunst, Literatur, Musik und Performances vereinen sollte. Die multimedialen Performances starteten 1999, ab 2002 erschienen der Kurzgeschichtenband "Sophie" und "Gedichte zwischen mir nichts und dir nichts" in der eigens für Barbara Rossa gegründeten "ARTE Fakt Verlagsanstalt". Dort gab Barbara Rossa auch Bücher anderer Künstler wie Oswald Henke ("FSK 18 - tendenziell menschenverachtend"), Chris Goellnitz ("Gene im Blutlicht"), Norbert. K. Engelhardt ("Schön im letzten Augenblick", "eWigkeit"), eine Anthologie ("Tief im Schoße des Kyffhäuser") und Schriften zur Kunsttheorie ("on plain air", "imaginary landscape", "editing spaces", "serielle materialität", "The Supershow", "Martin Hoefer. mass media research and new artistic strategies in public media space") heraus. Außerdem erschienen Beiträge auf Musiksamplern, DVDs und eine Kunstedition mit CD/DVD in einer Metallbox ("Bannkreis Harmagedon - Live in Jena"). Barbara Rossas Werke wurden in Anthologien und wichtige literarische Zeitschriften aufgenommen.

Gerald Höfer ist Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS), des Thüringer Literaturrates, der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und des Lesezeichen e.V.

 

Beruflicher Werdegang

Höfer arbeitete als Pädagoge, stellvertretender Kulturamtsleiter, Chefredakteur, Geschäftsführer eines Zeitschriftenverlages, PR-Manager, Verkäufer im Aussendienst, Mitarbeiter des Deutschen Bundestages, Technischer Redakteur, Forschungsmitarbeiter.
Ab 2005 verantwortete er die Platzierung der Marke ESET, zunächst im Auftrag der deutschen Exklusivdistribution DATSEC Data Security, von 2013 bis 2015 dann als Marketing Direktor für Deutschland, Österreich und Schweiz der ESET Deutschland GmbH.

 

Ehrungen und Preise

1985 - Literaturpreis des Jugendverbandes (FDJ), Bezirk Erfurt
1985 - 2. Preis des Literaturwettbewerbs der Gewerkschaft des Bezirkes Erfurt
1986 - 2. Preis des Literaturwettbewerbs der Gewerkschaft der DDR (im Kollektiv)
1988 - 1. Preis des Literaturwettbewerbs der Gewerkschaft der DDR
1989 - Lyrikpreis des Kulturbundes und der Akademie der Künste der DDR ("J.R.Becher Diplom")
2006 - Förderpreis des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
2017 - Stipendium der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen